Wein – wieso und ich

Als geborener Innviertler („Mostschädel“) sind mir Kellerg’schichten und Vergorenes geläufig. Da mich das Leben mit meiner Familie ins Weinviertel geführt hat, habe ich mich dem Weine zugewandt (ernährungs- und produktionsmäßig).

W-/einbürgerung:

Meine ersten Weinviertel-Eindrücke habe ich Mitte der Nuller-Jahre gesammelt, als ich am Weg in die Kirche der Einladung eines alten Köllamon’s gefolgt bin „kimmst noch da Mess‘ a weng as dringa ?“
Hinein in ein wackeliges sich an den Kellerberi anduckendes Presshaus, unter der alten Baumpresse durchgeschlüpft und auf einem rutschigen Lehmpfad in den ersten Quergang der Kellerröhre. Der „Franz-Onkel“ hat mit dem Weinheber die Kostproben geholt.
Auf dem wackeligen mit Styropor gepolsterten Bankerl sitzend wurde beim nicht versiegenden „Grünen“ (Geschmack nicht mehr auffindbar !) durch die anwesenden Zeitzeugen die große Weltgeschichte seit dem letzten Krieg bis in die aktuelle Ortspolitik durchgegangen.
Beim Heimgehen zum Zwölfeläuten hatte ich das Gefühl, bereits die letzten hundert Jahre hier gelebt (und getrunken) zu haben.
(Nebenbei gesagt: vorsichtiger Erstkontakt mit Kellergeistern).

W-/einbildung:

Die Versuchung nahm zu, das eigene Wissen über die traditionelle Mostproduktion um jenes des Weinausbaues zu ergänzen. Die Landwirtschaftliche Fachschule Hollabrunn bot mir dazu die Möglichkeit, in einem Lehrgang für Spätberufene die Qualifikation zum Facharbeiter für Weinbau und Kellerwirtschaft nachzuholen.
Mit 58 Lebensjahren war ich mit Abstand der Älteste, aber das Wein-Schul-Leben mit den deutlich jungeren „Buben und Mädchen“ war ein besonders !

W-/Meinproduktion (2019)

W-/Meinkultur

  • über (Wein-) Geschmack läßt sich (gut) reden – aber nicht streiten
  • für jeden is a Tröpferl dabei – finden muß ma’s
  • Salonsieger habe ich keinen – aber „zum Tringa“ oiwei was
  • s’Zamsitzn und s’Tringa is – nicht der Sprachverlust

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